Pressemitteilung

Gassenhauer brauchen ein festes Haus. Theaterpädagoge aus Emden und Leinerstift e.V., Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe mit an Bord.

Der Mann mit dem Hut und dem schwarz/weißen Schal springt auf der Bühne der IGS Aurich West, von einer Ecke in die andere und schlüpft problemlos in die unterschiedlichsten Rollen. Ob zickiges Model, brutaler Schlägertyp oder Tratschweib. Er weiß für alle Typen des Lebens die richtige Haltung, Bewegung und Ausdrucksweise. Gespannt folgen die 30 Jugendlichen des Auricher Theaterprojektes „Gassenhauer“ seinen Bewegungen und hängen an jedem Wort, das von seinen Lippen kommt. Der Mann mit dem Hut heißt Claus Gosmann, ist von Beruf Theaterpädagoge, kommt aus Emden und lenkt die Geschicke auf der Bühne der „Gassenhauer“.

Die „Gassenhauer“ kommen aus den unterschiedlichsten Schulen Aurichs: Ein Großteil aus der Haupt-und Förderschule, aber auch aus dem Gymnasium, der Realschule und den Integrierten Gesamtschulen. So unterschiedlich die Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren sind, sie alle nutzen das Theaterspielen als Medium zur Persönlichkeitsentwicklung. Man lernt mit und voneinander.

Ein wichtiger Kooperationspartner des „Gassenhauer Projektes“ ist das Leinerstift e.V., Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Andreas Theimer, Regionalleiter Nord Leinerstift, und Heike Lukas, Teamleitung Flexibel organisierte Hilfen Leinerstift, haben die Chancen des Theaterspielens für ihre Kinder-und Jugendlichen schnell erkannt. Anfänglich nicht ganz ohne Skepsis, denn, wenn „Soko Aurich“, so heißt der Krimi, der gerade einstudiert wird, vom 06. bis 08. März 2014 in der Stadthalle zur Aufführung kommen soll, sind regelmäßiges Erscheinen, Disziplin, Konzentration und Teamgeist von jedem Einzelnen gefordert. Wie wichtig Andreas Theimer diese Kooperation ist, spiegelt sich in der Tatsache, dass die Jahrespraktikantinnen des Leinerstiftes, Steffi und Uli, das Theaterprojekt begleiten. Nach anfänglicher Zurückhaltung sind die Beiden mit viel Leidenschaft und Engagement dabei. Sie helfen bei der Organisation, spielen auf der Bühne mit und sind sich einig: „Es macht riesig Spaß ein „Gassenhauer“ sein zu dürfen“. Gerne überzeugen sich Andreas Theimer und Heike Lukas aber auch selbst von den Fortschritten ihrer Jugendlichen und schauen in regelmäßigen Abständen bei den Gassenhauerproben rein. Dann freuen sie sich sichtlich mit ihren Akteuren, die so beständig arbeiten und stetig Neues dazulernen. “Gassenhauer fördert unsere Jugendlichen in Bereichen, wo sie sonst nicht zu erreichen sind. Ein Gassenhauer-Haus als feste Einrichtung in Aurich wäre für uns eine tolle Sache.“

„Ihr müsst in eurer Rolle bleiben“ und „Probier mal das aus“ ertönt da wieder die Stimme von Claus Gosmann. Er macht den Kindern deutlich, dass Theaterspielen heißt, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und auch darin zu bleiben. „Theaterspielen macht Spaß, ist aber viel Arbeit“. Gosmann hat eine Engelsgeduld, stets motivierende Worte und viel Lob parat. Die Jugendlichen danken es ihm auf ihre Weise: Sie lieben den Theaterpädagogen, seine Worte und Ideen sind ungeschriebenes Gesetz. Dies soll auch über den März hinweg so bleiben. Der Verein „Familie Gassenhauer“ möchte das zeitlich begrenzte Theaterprojekt als feste Einrichtung in Aurich installieren. Gelingt es, eigene Räumlichkeiten für die engagierte ehrenamtliche Tätigkeit der Gassenhauer zu erhalten, können Jugendliche in Zukunft kontinuierlich auf einzigartige Weise Unterstützung auf dem Weg zum Erwachsenwerden bekommen.

Ansprechpartner für die Gassenhauer sind die Förderschullehrerin Frau Isburga Dietrich, Tel: 04941-64659 und die Gynäkologin Frau Dr. Elke Warmuth, Tel: 04941-180909 bzw. 04941-62712.